Wir sind Hannah und Lena, zwei Schwestern, die mit ihren Brüdern im Dachauer Hinterland aufgewachsen sind und ihre Kindheit am Liebsten auf den Feldern, in den Wäldern und auf den benachbarten Höfen verbracht haben, woher unsere Liebe zum ländlichen Raum stammt. Wir tragen schon viele Jahre unsere Vision von Gut Lückchers mit uns und haben diese über die Jahre immer weiter geschliffen und entwickelt. Nun ist für uns die Zeit gekommen unsere Pläne mit vielen Mitdenker*innen, Mitstreiter*innen, Mitträumer*innen und Mitwirkenden in die Wirklichkeit umzusetzen. Im Nachfolgenden stellen wir unsere jeweiligen beruflichen Werdegänge und Expertisen genauer vor.

Ich bin Hannah, 34 Jahre alt und bin nach der Schule zunächst in die Stadt gegangen, wo ich ein duales Studium in Pflege absolviert und dieses mit einem Bachelor of Science und dem Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin abgeschlossen habe. Nach ein paar Jahren in der stationären Pflege im Krankenhaus habe ich das Vollexamen zur Notfallsanitäterin abgelegt und ein paar Jahre im Rettungsdienst in München gearbeitet. Nach einer Zeit im polizeiärztlichen Dienst und als Leitung einer kassenärztlichen Bereitschaftspraxis in Bonn, habe ich als Gemeindeschwester Plus in Koblenz die Gesundheitsförderung und Prävention für Senior*innen in drei Stadtteilen vorangetrieben. Die Sehnsucht nach dem ländlichen Raum hat mich dabei nie verlassen. Unter anderem deshalb habe ich ein Master-Studium in Community Health Nursing mit Schwerpunkt auf der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum absolviert und mit dem Master of Science und einer Arbeit zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Sozialen Landwirtschaft abgeschlossen.
Von August 25 bis Januar 26 durfte ich in einen soziallandwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt auf Inklusion in Fulda schnuppern, was mir große Freude bereitet und wertvolle Erfahrungen ermöglicht hat. Nun arbeite ich im SAPV (spezialisierte ambulante palliative Versorgung) im Rhein-Erft-Kreis und knüpfe weiter an Netzwerken im Raum Köln-Bonn. Meine Freizeit verbringe ich nach wie vor am Liebsten in der Natur, mit Menschen und Tieren sowie Musik und Literatur.
Auf Gut Lückchers liegt neben der Organisation und Verwaltung mein Schwerpunkt auf der Arbeit mit Senior*innen. Insbesondere die würde- und liebevolle Betreuung an Demenz erkrankter Menschen liegt mir am Herzen. Ich durfte in meiner bisherigen Laufbahn erleben, wie eine auf die Bedürfnisse abgestimmte Umgebung, Aktivierung und Förderung einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf und das Wohlbefinden der betroffenen Menschen und ihrer Familien nehmen können.

Ich bin Lena, 32 Jahre alt, heute in Köln zuhause und habe schon früh gespürt, wie sehr mich die Arbeit mit Kindern und Familien erfüllt. Nach meiner Ausbildung zur Kinderpflegerin durfte ich in den vergangenen vierzehn Jahren in verschiedensten Einrichtungen wirken und viele wertvolle Erfahrungen sammeln. Im letzten Jahr habe ich meinen Weg mit einer Weiterbildung zur Kita-Sozialraumarbeiterin und einem Master Studium in Kindheits- und Sozialwissenschaften fortgesetzt und so meine fachlichen Horizonte erweitert. Besonders am Herzen liegt es mir, meine Liebe zu Menschen und Tieren miteinander zu verbinden. Deshalb bin ich dabei eine tiergestützte Ausbildung zu absolvieren, um zum einen meine pädagogische Arbeit zu erweitern und zum anderen auf lange Sicht als Mensch-Hund-Team Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten.
Auf Gut Lückchers plane ich gemeinsam mit anderen Pädagogen*innen und Fachkräften der tiergestützten Arbeit Konzepte und Angebote zu entwickeln, die sowohl Kinder als auch Erwachsene fördern, Begegnungen zwischen Mensch und Tier ermöglichen und nachhaltige Lern- und Erfahrungsräume schaffen. Darüber hinaus schlägt mein Herz für Musik. Ich mache selbst Musik und möchte auf dem Hof Möglichkeiten schaffen, um Künstler*innen und Musikliebende zusammenzuführen und den Hof mit Live-Musik, kleinen Konzerten oder kulturellen Projekten lebendig werden zu lassen. Ich bin überzeugt, dass Musik und Kultur ein großes gesundheitsförderliches Potenzial inne haben, das gerade im ländlichen Raum mit viel Platz und Gestaltungsmöglichkeiten, vielen Menschen zu gute kommen kann.

Ich bin Wolfgang, 67 Jahre alt, Polizeibeamter im Ruhestand und wohne in Koblenz. Während meiner über 40jährigen Tätigkeit im Bereich der Schutz- und Kriminalpolizei wurde ich immer wieder mit menschlichen und sozialgesellschaftlichen Problemen konfrontiert. Diese waren oft eine große Herausforderung. Sie motivierten mich aber auch dazu, mich nicht nur im beruflichen, sondern auch im privaten Umfeld sozial zu engagieren und für ein gutes Miteinander einzusetzen.
Die Lebenssituation von Menschen mit demenziellen Veränderungen liegt mir dabei besonders auf dem Herzen. Da Demenz bis heute nicht heilbar ist, leiste ich mit meinem märchenpädagogischen Programmen in zahlreichen Senioren- und Betreuungseinrichtungen eine Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Grundlage dieser Programme sind meine fachliche Expertise als zertifizierter Märchenpädagoge und Demenzbegleiter sowie meine Leidenschaft zum Musizieren und freien Erzählen (s.a. www.herr-meyer-erzählt.de) .
Von der Vision „Gut Lückchers“ bin ich total begeistert, mich überzeugt das Konzept. Soziale Teilhabe, Anerkennung, Selbstwirksamkeitserfahrungen auch im hohen Alter, all das kann im Rahmen einer soziale Landwirtschaft individuell gefunden und gefördert werden. Daher möchte ich zur Realisierung dieses Projektes beitragen und später die Besucher*innen der Tagesstätte für Demenzerkrankte im „Gut Lückchers“ mit meinem märchenpädagogischen Programmen bereichern.

Ich bin Anita, 60 Jahre alt und lebe mit Wolfgang seit 5 Jahren an unserem neuen Wohlfühlort in Koblenz. Als Menschen-Mensch liebe ich es Zeit mit Leuten zu verbringen, mit ihnen unterwegs zu sein, Pläne zu schmieden und gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Nach 17 Jahren intensiv gelebter Familienzeit habe ich erst Soziale Arbeit studiert und dann meinen Master in Bildungs- und Sozialwissenschaften angeschlossen. Mein beruflicher Weg führt mich seitdem kreuz und quer von der Sozialen Beratung in die Wissenschaft, vom Bildungsmanagement in die Freiberuflichkeit als Prozessbegleiterin, Supervisorin und Dozentin in Seminaren und an Hochschulen. Was mich zurzeit am meisten antreibt ist, dass ALLE Kinder in Wohlergehen aufwachsen dürfen. Darum bin ich bundesweit unterwegs in puncto armutssensibel Handeln in Kommunen, Kitas, Schulen und allen Einrichtungen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Mir liegt vor allem am Herzen, dass ALLE Menschen teilhaben können in unserer Gesellschaft, egal wie schmal ihr Geldbeutel ist, welche internationale Geschichte sie mitbringen, ob alt oder jung, einerlei welche körperliche Verfasstheit sie haben, wer sie sein möchten und erst recht wen oder wie sie lieben.
Wenn ich an Gut Lueckchers denke, sehe ich einen wohlig eingerichteten Möglichkeitsraum, eine bunte vielfältige Überraschungskiste, in der viel Platz ist für unzählige bereichernde Ideen. Und dass nicht nur für die Lueckcher, die auf unserem Hof sein werden, sondern auch für mich als kreativen und gestalterischen Menschen, für meine 1000 Ideen, die ich noch Lust hätte auszuprobieren und zu realisieren. Ich kann mir vorstellen Seminare und Beratungsangebote zu stricken für unterschiedliche Zielgruppen. Themen für weiblich gelesene Personen wie z.B. „Du bist genug!“, „wunderbar wechselhaft“ (Wechseljahre). Supervision für Fachkräfte aus sozialen Einrichtungen. Beratung für pflegende Angehörige. Oder was sonst so gebraucht wird. Ich bin gut ausgestattet in meinem Themen- und Methodenkoffer. Themen dürfen sich zeigen und werden dann aufgelesen und umgesetzt.
Wir haben bereits einige Mitstreiter*innen aus verschiedenen Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesen sowie der Landwirtschaft für Gut Lückchers gewinnen können und sind stets im Gespräch und auf der Suche nach weiteren Menschen. Nach Gründung der Vereins werden wir hier immer mal wieder neue Menschen vorstellen. Es lohnt sich also vorbeizuschauen. 🙂
